Ehemalige Pfarrkirche St. Kreuz
Ehemalige Pfarrkirche St. Kreuz
Pfarrkirche St. Kreuz wurde zum außerordentlichen Bauwerk (das Schiff der Kirche ohne das Presbyterium nahm die Fläche 24,4 x 16,5 m ein und die Höhe des Schiffes war mehr als 10,5 m), das nicht nur die Existenz einer bedeutsamen Siedlung, aber auch eines reichen Spenders voraussetzte. Der Spender war in diesem Fall Havel von Lemberg (Havel z Lemberka) – ein ambitiöser Adelige und bedeutsames Mitglied des Königshofes von Wenzel I (Václav I.). In diesem Zentrum des geistigen und kulturellen Lebens trafen sich die Mächtigen und Bedeutungslosen, Armen und Reichen, Gesunden und Kranken. Die Pfarrkirche belegt explizite die Urkunde aus den Jahren 1279 – 1290. Der Bischof Tobias von Bechin (Tobiáš z Bechyně) gestattet in ihr mit Hilfe der Brüder seines Klosters und des Zisterzienserordens freie Verwaltung, die Bildung der Menschen dieser Pfarrei mit Wort und Beispiel, das Anhören der Beichten und das Erteilen aller Heiligkeiten. Im Jahre 1352 wird die Kirche schon als Dekanatskirche (14 Pfarreien) angegeben, die den zweithöchsten Zehnt bezahlt, was die bedeutsame Stellung dieser Kirche in ganzem Gebiet belegt. Während der Hussitenkriege wurde Deutsch-Gabel in den Jahren 1425 und 1426 ausgeplündert und große Schäden erlitt auch die Kirche. Die Kirche wurde danach instandgesetzt und am 8. September der Jungfrau Maria geweiht, der sie bis zu ihrem Niedergang im 18. Jh. geweiht blieb. Am 24. Juni 1758 oder 1759 wurde die Kirche von einem Blitz heimgesucht und beschädigt. Aus diesem Grund wurde die Kirche unter dem Fürsten Franz Joseph Pachta von Rájov (František Josef Pachta z Rájova) in den Jahren 1781 bis 85 unter der Führung des Architekten Philip Heger (Baumeister der Neuen Falkenburg) umfangreich umgebaut. Es wurde jedoch nur eine Hälfte der Kirche umgebaut. Die Geschichte der Kirche endet am 11. Mai 1788, wenn in Deutsch-Gabel großer Brand ausbrach. Die Kirche war eine Ruine bis zum 5. Januar 1863, wann sie das Bürgertum mit dem Bierbraurecht kaufte und in ihr eine Bierbrauerei errichtete. Bier wurde hier bis zum Jahre 1933 gebraut. Im Jahre 1945 wurde das Objekt verstaatlicht und es wurde hier die Schule errichtet, die hier bis zum Jahre 1973 blieb. Seit dieser Zeit nützten die unteren Räume der Kirche die Technischen Dienste der Stadt zur Lagerung aus. Weiter verfiel das Objekt. In den Jahren 2001 – 2002 wurde der Turm auf Kosten der Stadt instandgesetzt und als Aussichtsturm zugänglich gemacht. Zu diesem Aussichtspunkt führen 176 Treppen. Die Gesamthöhe des Turmes ist 34 m. Erweiterte Beschreibung: Von dem Aussichtsturm aus bietet sich eine einzigartige Aussicht auf das Storchnest, das wahrscheinlich das älteste in Böhmen (J. 1864) ist. Zur Zeit wird das Nest bewohnt. Einer der wichtigsten Bauten der Stadt war einstmals die Pfarrkirche. Mit ihren Maßen spiegelte sie die Größe der Stadt und mit ihrer Pracht den Reichtum der Bürger ab, die oft an ihrem Aufbau nicht wenig teilnahmen.
Region
Reichenberger Kreis
Bezirk
Česká Lípa
Stadt
Jablonné v Podještědí
Adresse
Školní 10
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